Oleg Boguslawski: Freude an der Vielfalt

Oleg Boguslawski ist MainCampus-academicus-Stipendiat der sechsten Generation. Warum ihn Garri Kasparow besonders geprägt hat und was er am MainCampus-Stipendium schätzt, verrät er im Porträt.

Oleg Boguslawski weiß, was Anstrengungen sind. Über fünf Jahre lang fuhr er als Teenager mit seinem Team in der Ukraine zu Schachmeisterschaften. "Ich war in einer Schachschule. Wir waren teils monatelang unterwegs, haben auch mal in Turnhallen oder auf dem Boden geschlafen."

Trotzdem erinnert sich der Chemie-Ingenieur, der an der Provadis Hochschule seinen Master macht und bei Roche Diagnostics in Mannheim diagonostische Bluttests entwickelt, gerne an die Zeit zurück, die ihn sehr geprägt hat: "Garri Kasparow hat mal gesagt: 'Talent' lässt Dich vielleicht zwei Jahre lang an der Spitze stehen. Doch nur Ehrgeiz und Training sorgen dafür, dass man jahrelang ganz oben stehen kann.' Dementsprechend muss man immer vollen Einsatz zeigen, um zu bestehen." 

Wenig verwunderlich also, dass Oleg, der bis heute den Rang des Internationalen Meisters inne hat und dessen Vorfahren aus Deutschland kamen, aufgrund seiner hervorragenden Leistungen in das MainCampus-Stipendiatenwerk aufgenommen wurde. Eine schöne Bestätigung für den jungen Vater zweier Kinder, der mit seiner Frau in Mannheim lebt und in einem Schachverein Kindern das Spiel vermittelt. 

Wunderbare Vielfalt

Oleg gehört der sechsten MainCampus-Generation an. Der 31-Jährige mit den kurzen dunklen Haaren und den wachen Augen genießt die Interdisziplinarität des Stipendiums: "Ich habe viele nette Menschen kennengelernt und Einblicke in unterschiedliche Welten erhalten, mit denen ich bisher wenig zu tun hatte. Das hat mich sehr weitergebracht. Zum Beispiel Philosophie und Geschichte, man hat auf einmal Kontakt mit einer Persönlichkeit, welche dieses Fach verkörpert. Diese Abwechslung zur 'Fachidiotenwelt', in der ich mich befinde, habe ich mir sehr erhofft."

Für Oleg ist es der erste Kontakt mit einer Institution wie der Stiftung. Ihn beeindruckt es, dass hinter der Stiftung die Polytechnische Gesellschaft steht, die seit 200 Jahren in Frankfurt wirkt: "Man blickt zu den Persönlichkeiten der Polytechnischen Gesellschaft auf und versucht, von ihren Erfahrungen zu lernen und von ihrem persönlichen Tun sich etwas abzuschauen. Es sind für mich Vorbilder, die im Namen der Tugend für die Gesellschaft agieren."

Ein schöner Tag

Besonders gut gefallen hat Oleg der Alumni- und Stipendiatentag 2017. Selbst wenn er keinen Workshop besucht hat, hat er die gemütliche Atmosphäre, das friedvolle, entspannte Miteinander und die Abwechslung genossen. "Es war eine buntgemischte Gesellschaft, der sehr herzlich und offen aufeinander zugegangen ist, es war ein schöner menschlicher und fachlicher Austausch, einfach nur sehr schön."

Freundschaftliche Band pflegt er auch zu seinen Mitstipendiaten, selbst wenn dies aufgrund der Umstände nur begrenzt möglich ist: "Ich bin familiär und durch das Studium sehr eingebunden. Nichtsdestotrotz versuche ich im Rahmen der Stipendiumsveranstaltungen Kontakt zu meinen Mitstipendiaten zu pflegen, und es ist immer wieder eine große Freude zu erfahren, was sich bei ihnen beruflich und privat getan und entwickelt hat und was ihre nächsten Projekte sind."